Ein Foto-Workflow mit Lightroom

Lightroom WorkflowWorkflow? Was soll das? Ich fotografiere, und das wars: Knipsen, Runterladen, Ansehen. So denken die meisten, die sich nicht mit dem Thema Fotografie auseinandersetzen. Aber im mittlerweile weit fortgeschrittenen Digital-Zeitalter führt dieses Vorgehen zu Datenmüll, Unordnung und am Ende großen Frust.

Nicht nur professionelle Fotografen, sondern auch zunehmend Amateure und „Gelegenheitsknipser“ investieren daher Zeit, um ihre Arbeit zu strukturieren und einen Workflow zu etablieren. Denn auch der Profi hat, wenn er nicht die üblichen Klischees erfüllen muss, einiges mehr zu tun, als nur zu fotografieren.

Was ist aber nun ein Foto-Workflow? Damit ist der vordefinierte Abfolge von Aktivitäten innerhalb der Fotografie gemeint, angefangen von der Aufnahme, der Verwaltung, der Nachbearbeitung, Veröffentlichung und Archivierung. Welche Schritte in welcher Gewichtung dabei durchgeführt werden, ist individuell sehr verschieden und hängt von den Vorlieben und Schwerpunkten des jeweiligen Fotografen ab. Die eingesetzte Software spielt dabei ebenfalls eine große Rolle.

Vorteile eines durchdachten Workflows sind in meinen Augen unter anderem

  • die durch Gewöhnung antrainierte effizientere Arbeit (schneller bessere Fotos)
  • ein strukturiertes, einfach zu durchsuchendes Archiv

Der folgende Artikel beschreibt meinen persönlichen Workflow. Der geht noch ein bisschen weiter und beginnt nicht erst mit dem Import von Fotos, sondern umfasst auch noch die Schritte davor: Location-Suche, Recherche und das Fotografieren selbst.

Das soll und keine punktgenau zu befolgende Anleitung sein, sondern vielmehr Anregung geben, die eigene Arbeitsweise zu hinterfragen und ggf. zu verbessern.

Mein Foto-WorkflowLightroom

Lightroom ist eine Software von Adobe, die den Foto-Workflow stark unterstützt. Es ist keine reine Bildbearbeitung wie Photoshop und steht auch nicht in Konkurrenz dazu (zumal es vom gleichen Hersteller ist). Warum ich Lightroom einsetze, habe ich im Artikel „Meine fotografische Entwicklung Teil 4: Ein Workflow etabliert sich“ beschrieben.

Ich erreiche mit Lightroom schnell gute Ergebnisse, und das zählt. Ein Umstieg auf konkurrierende Produkte sind immer mit hohem Zeitaufwand verbunden und oft ohne Verluste kaum durchzuführen. Der Vollständigkeit halber nenne ich die bekanntesten Alternativen.

Kostenpflichtig und proprietär:

Kostenlos und Open Source:

Vorbereitung und Recherche

Vor dem eigentlichen Workflow kommt das Fotografieren und die Vorbereitung darauf. Ich habe diese Punkte in diesen Artikel aufgenommen, weil sie mindestens genauso zu besseren Fotos führen wie die eher technischen Arbeitsabläufe.

Es klingt banal, aber es ist sehr wichtig zu wissen, was man fotografieren will und ob man es darf. Dazu sollte man entweder einen Ort bzw. eine Region (Familienurlaub auf Gran Canaria, Städtetrip Paris) oder ein Thema (Herbstnebel, Zoo, Autorennen) im Auge haben.

Darauf aufbauend startet die Suche nach speziellen Locations und den gewünschten Motiven. Diese Recherche ist die Basis für geplante Foto-Sessions. Sie kann von der lückenhaften Auflistung von Sehenswürdigkeiten bis zur detaillierten Checkliste mit Wegeplanung, Sonnenständen und Uhrzeiten (mit potenziellen Lichtverhältnissen) reichen.

Fakten, Erfahrungen und Tipps erhält man im Internet

  • in Suchmaschinen (oh Wunder!)
  • bei Location-basierten Foto-Portalen wie Flickr, 500px und Panoramio
  • in Fotografie-Foren wie dem der Fotocommunity.de und im DSLR-Forum (hier antworten auskunftsbereite Experten auf eigene Anfragen oft schnell und ausführlich) oder offline
  • in Büchern
  • in der Fachpresse (mit gesuchtem, einschlägigem Thema)
  • bei Freunden, Bekannten und anderen Fotografen

Panoramio
Rechtlich muss man sich ein wenig umsehen, um nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Ggf. sind Genehmigungen von Models, Eigentümern oder Verwaltungen einzuholen. In Deutschland geltende Gesetze und Rechte lassen sich nicht einfach auf das Ausland übertragen. Die Panoramafreiheit ist ein gutes Beispiel dafür.

Generell ist ein Plan B als Alternative (schlechtes Wetter, Sehenswürdigkeit geschlossen, Model krank) ideal. Zur technischen Vorbereitung gehören zudem angemessene Kleidung, aufgeladene Akkus, ausreichend Speicherkarten, sauberer Sensor und: nichts vergessen!

Fotografieren

Nicht alles lässt sich recherchieren und vorhersehen. Es wäre ja auch langweilig, dem perfekten Plan wie ein Uhrwerk hinterher zu hecheln. Überraschungen und Entdeckungen sind das Salz in der Suppe.

Neben den nachgeforschten Fakten zum Zielort und den Wunschmotiven lohnt aber noch eine andere Art der Vorbereitung. Macht euch allgemeine Gedanken zur Gestaltung, zur Bildaussage und -wirkung. Und vor allem: haltet diese schriftlich fest. Damit meine ich zum Beispiel:

  • Gesamt- oder Detailansichten
  • Perspektive: Normal-, Frosch- oder Vogelperspektive in gewöhnlichem und ungewöhnlichem Einsatz
  • Brennweite: Großen Weiten mit kurzer Brennweite oder verdichtete Sicht mit Tele
  • Abstraktion durch Fokus auf Details oder Unschärfe
  • bei Porträts: spezielle Stimmungen (Herbst, Trauer, sexy) oder Tätigkeiten (Geburtstagskerzen auspusten, Sport)
  • in der Natur: Panoramen, Themen wie „farbenfroher Frühling“ oder „Spiegelungen im Wasser“
  • bei Architektur: plane Fassaden, Bildtiefe im Kirchenschiff

Skizzen können hierbei gute Dienste leisten.

„Augen offen halten“ klingt zunächst wie ein bescheuerter Tipp. Aber ein trainierter Blick erkennt in einer Szene nicht nur ein, sondern viele Motive. Objekte sollten aus verschiedenen Blickwinkeln mehrfach fotografiert werden. Je nach Sonnenstand und Licht entstehen völlig unterschiedliche Bilder.

Ich mache von jedem Motiv mit einem speziellen Blickwinkel mindestens zwei, in der Regel drei und bei schwierigen Verhältnissen (wenig Licht, große Blende) auch mehr Aufnahmen. Die direkte Bildkontrolle kommt dagegen erst später, meist aus Angst, eine Situation oder ein Motiv zu verpassen.

Generell fotografiere ich in RAW und JPEG. Erst mit RAW kann Lightroom innerhalb des Workflows sein Potenzial voll ausschöpfen. JPEG nutze ich nur zur schnellen Ansicht auf dem Rechner zu Hause.

DateiablageDownload und Dateiablage

Bisher war ich immer ohne Laptop unterwegs. Bei den meist kurzen Foto-Touren war das weder nötig noch sinnvoll. Der Download passierte immer erst zu Hause. Für einen Workflow, der auch unterwegs funktionieren muss, gelten (verschärfte) Anforderungen wie Datensicherheit und -synchronisierung oder, Internetverbindung, die ich hier nicht abdecke.

Auch wenn bei der Nutzung von Lightroom die physische Bilddateiverwaltung weniger Bedeutung hat, sind Gedanken darüber lohnenswert. Denn schließlich möchte man auch ohne Lightroom seine Fotos schnell und einfach finden.

Grundsätzlich teile ich die Fotos auf der Festplatte, ebenso wie die zugehörigen Lightroom-Kataloge, in „Neu“ und „Archiv“ auf. Mit dem Neu-Katalog wird aktiv gearbeitet. Erst am Ende des gesamten Workflows werden die Bilder in den Archiv-Katalog übertragen. Der Grund dafür ist, dass Lightroom bei großen Bildmengen langsam und schwerfällig wird. Im Archiv habe ich pro Jahr einen Unterordner angelegt, in die die Bilder nach der Archivierung verschoben werden.

Für die Ablage der frisch geschossenen Fotos gehe ich wie folgt vor:

  1. An meinem PC lade ich die Bilder der Foto-Session in ein Download-Verzeichnis herunter
  2. Im Verzeichnis „Neu“ wird ein Ordner erstellt, der der Namenskonvention <Datum>_<Ort/Thema>_<Beschreibung> folgt, also z.B. „2013-12-24_Weihnachten_Feier“ oder „2014-03-15_Frankfurt_Architektur“. Bei mehrtägigen Session bezeichnet das Datum den ersten Tag.
  3. In jeden Session-Ordner werden vier weitere Ordner erzeugt:
    • 1_Original: Die Originalbilder (RAW und JPEG) aus dem Download werden hierhier verschoben
    • 2_Entwickelt: Hier landen später die Exporte aus Lightroom in voller Größe und Qualität
    • 3_Bearbeitet: Mit anderen Programmen weiter verarbeitete Bilder kommen hier rein
    • 4_Sammlungen: Teilmengen der Session für speziellen Verwendungszwecke (Veröffentlichung für diesen Blog, „Diashow“ bei Verwandten) werden hier abgelegt

Sichtung

Nach der Ablage folgt die Sichtung. Hierfür nehme ich einen temporären Import der Bilder in Lightroom vor. Temporär deshalb, weil ich nach der Löschung des Ausschusses individuelle Bildbenennungen vornehme.

Sichtung

Für die qualitative Beurteilung der Bilder und der Reduzierung der Menge auf ein verträgliches Maß tätige ich in der Regel drei Durchläufe im Bibliotheksmodul.

  1. Die auf den ersten Blick schlechten Fotos werden sofort mit dem Fähnchen zum Löschen markiert.
  2. Fotos mit gleichem Motiv werden paarweise gegenübergestellt und in der 100%-Ansicht begutachtet. Das schlechtere bzw. unschärfere wird zur Löschung markiert. Weitere Bilder mit gleichem Motiv werden mit dem jeweils besseren verglichen.
  3. Abschließende Prüfung: Sind noch gleiche Motive übrig geblieben, weil man vielleicht später noch einmal zu einem schon besuchten Standort zurückgekehrt ist, werden auch diesen wie in Lauf 2 gegenüber gestellt und markiert.

Die zur Löschung markierten Fotos werden aus dem Katalog und Dateisystem entfernt. Alle anderen Fotos werden nur aus dem Katalog gelöscht.

Bildumbenennung

Mit dem temporären Import ausschließlich zur Sichtung bin ich nicht wirklich glücklich. Er ist einfach meinem alten Habitus vor der Lightroom-Ära geschuldet, Fotos im Dateisystem individuell umzubenennen. Ich werde das in nächster Zeit ändern.

Datei-UmbenennungNicht immer nehme ich eine Umbenennung vor. Bei Urlauben mit vielen verschiedenen Motiven macht es mehr Sinn als beispielsweise bei gleichartigen Aufnahmen spezieller Objekte.

Das Schema der Bildnamen ist: <lfd Nr>_<Ort>-<Beschreibung>, also z.B. „001_Frankfurt-Deutsche-Bank-Fassade“ oder „013_Leverkusen-Japanischer-Garten-Ahorn-rot-1“. Bei gleichartigen Motiven kommt am Ende noch eine laufende Nummer hinzu.

Diese bildspezifische Umbenennung wird bei großen Mengen schnell aufwändig. Es macht aber dann Sinn, wenn man seine Fotos auch außerhalb von Lightroom nur mit Mitteln des Betriebssystems finden will. Die Identifizierung ist dann ohne Bildbetrachtung möglich. Auch bei Veröffentlichungen im Internet ist das hilfreich, da der Bildname direkt Informationen zum Inhalt bietet und dadurch etwas Tipparbeit spart. Wer seine Aufnahmen bei Suchmaschinen besser auffindbar machen will, dem helfen sprechende Dateinamen ebenfalls.

Import

Lightroom arbeitet mit so genannten Katalogen. Das sind Datenbanken, in der Metadaten (Beschreibung, Schlagworte, technische EXIF-Daten) von Fotos und weitere Lightroom-spezifische Daten (wie die Entwicklungseinstellungen) gespeichert werden. Die Bilddateien selbst werden nicht in den Katalog übertragen, sondern nur Referenzen darauf.

Bildimport

Damit Lightroom diesen Katalog aufbauen kann, muss es die Fotos importieren. Hier bietet die Software zwei Hilfsmittel an, die vor dem Import festgelegt werden müssen.

Metadatenvorgaben

Mit den Metadatenvorgaben können Vorlagen erstellt werden, um schon während des Importvorgangs den Fotos Metadaten zuzuweisen. Diese reichen von Bewertungen, Beschreibungen, Daten über den Fotograf und das Copyright bis zu Stichwörtern.

Ich habe eine allgemeine Vorlage, in der ich Daten über mich als Fotograf und das Copyright festhalte. Wenn ein Shooting so eng begrenzt ist, dass ich allgemeine Stichwörter und den Ort für alle zu importierenden Fotos vergeben kann, lege ich dafür eine separate Vorlage an.

Entwicklungsvorgaben

Wenn es in der digitalen Fotografie um RAW geht, spricht man von „Entwicklung“, um aus dem kameraspezifischen Rohdaten (deshalb „RAW“) ein sichtbares Bild zu erzeugen. Dies ist an den analogen Prozess angelehnt, der aus dem Negativ ein Abzug macht.

Lightroom wendet automatisch Standardvorgaben während des Imports an, die recht verhalten einige Entwicklungseinstellungen setzen. Diese lassen sich überschreiben. Im Internet gibt es dazu unzählige Presets, die beispielsweise spezielle Einstellungen für Landschaften oder Porträts beinhalten oder eine gewissen Look (z.B. Sepia mit Vignette) erreichen wollen.

Ich setzte lediglich die Objektivkorrektur inkl. Korrektur der chromatischen Abberationen als Entwicklungsvorgabe.

Durch die vorherige Sichtung sind nur die Fotos übrig geblieben, die auch tatsächlich importiert werden sollen. Ich hake alle an und wähle eine Metadatenvorgabe und die Entwicklungsvorgabe mit den Objektivkorrekturen aus.

Metadaten I: Verschlagwortung und Verortung

Das sind sie nun, die schönen Bilder der letzten Foto-Session. Es juckt mir in den Fingern, sofort ins Entwicklungsmodul zu springen und mit der Bearbeitung loszulegen. Stopp! Ich habe festgestellt, dass ich dann die Metdaten, insbesondere die Vergabe von Stichwörtern, vernachlässige. Deshalb: Disziplin bewahren.

Stichwortvergabe

Ich gehe ins Eingabefeld der Stichwort-Palette und beginne mit der Vergabe der Stichwörter. Dabei helfen mir mein recht umfangreicher, hierarchisch angelegter Stichwortkatalog und Lightroom mit der Autovervollständigung.

Zuerst sind die allgemeinen Stichwörter (Natur, Architektur) an der Reihe, die ich auf alle passenden Bilder per Metadatensynchronisierung übertrage. Das alles passiert für den gesamten Bildbestand. Dann beginne ich wieder beim ersten Bild mit spezielleren Schlagwörtern bis ich am Ende der Reihe mit ganz individueller Verschlagwortung abschließe. Genauso gehe ich mit den IPTC-Ortsdaten vor. Im übrigen trage ich letztere, zumindest Land und Ort auch als Stichwort ein.

Ist die Vergabe der Schlagwörter abgeschlossen, ordne ich alle neuen Begriffe, die noch nicht im hierarchischen Katalog sind, in diesen ein. Die Stichwortliste (auch kontrolliertes Vokabular genannt) ist ein Thema, das ich in einem separaten Artikel behandeln werde.

Entwicklung

Ich nutze derzeit (noch) Lightroom 4, wo mir einige interessante Features wie der Radialfilter und die individuelle Bereichsreparatur nicht zur Verfügung stehen.

In der Regel nehme ich zuerst globale und danach lokale Arbeiten vor.

Global

Globale Entwicklung heißt, dass das gesamte Bild betroffen ist und nicht nur eine speziell ausgewählter Bereich. Dabei gehe ich die Paletten auf der rechten Seite von oben nach unten durch, abgesehen von einer Ausnahme ganz zu Anfang.

Entwicklung mit Vorher/Nachher-Ansicht

  1. Manuelle Objektivkorrektur: Zuerst werden – wenn nötig und gewollt – der Horizont und stürzenden Linien begradigt
  2. Grundeinstellungen:
    • Weißabgleich: Fasse ich relativ selten an. Meist nur bei Innenaufnahmen, wenn sie zu warm geraten sind
    • Tonwerte: Lichter und Schatten verändere ich sehr oft, um die Enden des Histogramms besser einzufangen
    • Präsenz: Klarheit ist mein Freund. Den lokalen Kontrast, der mit diesem Regler verändert wird, schiebe ich z.B. bei Architekturaufnahmen nach oben, bei Porträts nach unten
    • Dynamik: Die „schlaue“ Sättigung, die bereits hoch gesättigte Farben nicht weiter verstärkt, nutze ich öfter
    • Sättigung: Fast nie im Einsatz, wenn überhaupt, dann nur um sie fast vollständig zu entfernen
  3. Gradationskurve: eventuell Feinjustage der Tonwerte. Dabei muss ich oft aufpassen, dass ich die gesetzten Tonwert aus den Grundeinstellungen nicht konterkariere.
  4. HSL / Farbe / S/W: Je nach Motiv kommen Sättigungen einzelner Farben in Betracht (z.B. im Herbst). Relativ oft setze ich die Blau-Luminanz herunter, um einen dunkleren Himmel zu erhalten.
  5. Teiltonung: Einer der seltenen Anwendungsfälle ist das „Aufwärmen“ tiefblauer Schatten bei Mittagslicht.
  6. Details:
    • Schärfe: Die Standardbetrag von 25 passt häufig. Bei Architekturaufnahmen gehe ich auch bis zu 40 hoch.
    • Rauschreduzierung: Ist abhängig von ISO-Wert des Bildes und reicht bei mir von 0 bis 80 (Luminanz).
  7. Effekte:
    • Vignette: Bei mittigen Motiven setze ich den Betrag schon mal auf bis zu 30.
    • Körnung: Bisher noch nie genutzt.
  8. Kamerakalibrierung: Bisher noch nie genutzt.

Lokal

  1. Ausschnittswahl: Die Wahl des Ausschnitts kann auch mal früher passieren, z.B. wenn aus Quer- Hochformat wird.
  2. Bereichsreparatur: Das Fehler- und Unschönheiten-Wegstempeln reicht von einfach (kleine Bereiche mit gleichfarbigen Flächen) bis schwierig (große, stark ungleichmäßige Areale wie unerwünschte Personen).
  3. Korrekturpinsel: Manchmal bessere ich Teilbereiche des Bilder nach, um z.B. bei Porträts die Augen etwas aufhellen und die Haut weicher zu machen oder ich nehme bei Mischlichtsituationen partielle Weißabgleiche vor.
  4. Verlaufsfilter: Nutze ich, wenn ich den Himmel abdunkeln will.

Metadaten II: Bewertung, Titel, Beschreibung

Nach der Entwicklung folgt der zweite Teil der Metadaten.

Bewertung

Die Vergabe von Bewertungen – in Lightroom passiert das mit 0 bis 5 Sternen – kann nach diversen Regeln erfolgen. z.B. nach denen von Chase Jarvis.

Ich setze auf eine klare, mengenmäßige Abgrenzung der einzelnen Sterne-Klassen, wie es Peter Krogh in seinem Buch The DAM Book favorisiert. Die Menge der Bilder mit x Sternen sollte ca. zehn mal so groß sein wie die mit x+1 Sternen. Das schaffe ich meist nicht, aber das drei- bis fünffache kriege ich hin. Echte Perlen mit vier oder fünf Sternen sind äußerst selten. Keine Sterne vergebe ich für Fotos, die ich nicht bewerten will oder kann.

Bibliotheksfilter mit Sternevergabe

Titel und Beschreibung

Nach den Sternen folgen Titel und Beschreibung. Aus Zeitgründen vergebe ich diese Daten nur für Fotos mit mindestens drei, in einigen Fällen auch zwei Sternen. Der Titel ist dabei nicht immer eine kurze Bildbeschreibung („Hackesche Höfe“), sondern auch manchmal eine Stimmung oder Emotion („Tränen im Märchenwald“) für vor Nässe tropfende Bäume im neuseeländischen Urwald.

Die Beschreibung reicht von kurzem Satz bis zur relativ ausführlichen Erkärung. Dann meist bei bei Bildern, die für eine Veröffentlichung bestimmt sind.

Flaggen

Flaggen nutze ich bisher nur für einen Fall: Um Bilder zu markieren, die außerhalb von Lightroom weiter bearbeitet werden sollen.

Export

Vor dem Export weise ich Lightroom an, die Metadaten in die Bilddateien zu schreiben, damit sie auch in den Originalen stehen. Ich nutze die Standardeinstellungen des Exportdialogs und setze als Verzeichnis den oben erwähnten „2_Entwickelt“-Ordner der Foto-Session.

Wenn ich für eine spezielle Veröffentlichung exportieren will, passe ich die Einstellungen (Größe, Qualität) an und nehme ein frisch angelegtes Unterverzeichnis von „4_Sammlungen“.

Weitere Bearbeitung

Machmal reichen die Bildbearbeitungsfunktionen im von mir genutzten Lightroom 4 nicht aus. Alle mit einer roten Flagge markierten Fotos exportiere ich in „3_Bearbeitet“ und nehme in anderen Programmen (z.B. GIMP) die gewünschten Bearbeitungen vor. Das passiert aber nur bei einem geringen Bruchteil von geschätzt zwei bis drei Prozent der Fotos. Einen Reimport nehme ich nicht vor.

Veröffentlichung

Ich nutze keine der Veröffentlichungsdienste von Lightroom. In Facebook und Google+ liegen vielleicht 20 (von ca. 9.000 im Archiv befindlichen) Fotos. 500px hat auch gut 20 meiner Bilder, die Frequenz fällt aber in den letzten Monaten. Auf Flickr, das ich zu Zeiten vor Lightroom nutzte, lade ich gar keine Bilder mehr hoch.

Archivierung

Nicht zwangsläufig nach jedem Worflow-Durchlauf einer Foto-Session, sondern meist erst nach drei oder vier, nehme ich die Archivierung vor. Das ist in meinem Fall die Übernahme des Neu-Katalogs (siehe Download und Dateiablage) in den Archiv-Katalog. Dazu sind folgende Schritte nötig:

  • Öffnen des Archiv-Katalogs, Funktion „aus Katalog importieren“ klicken, den Neu-Katalog und alle Fotos darin auswählen
  • Verschieben der einzelnen Session-Ordner aus dem Neu-Verzeichnis in den entsprechenden Jahres-Ordner des Archiv-Verzeichnisses
  • Öffnen des Neu-Katalogs und Löschen der (nun leeren) Session-Ordner

Katalogimport

Backup

Datensicherheit ist zwar oft nur ein Randthema im Foto-Workflow, aber wenn einmal der Super-GAU da ist, ist es zu spät dafür.

Ich habe keine spezielle Backup-Strategie extra für mein Fotoarchiv. Ich sichere immer die gesamte Datenpartition der Festplatte meines Windows-PCs. Diese hat eine Größe von ca. 300 Gigabyte.

Es kommen zwei externe Festplatten mit jeweils 500 Gigabyte zum Einsatz. Eine liegt zu Hause, die andere am Arbeitsplatz, um den Extremfällen Einbruch oder Brand vorzubeugen.

Für das Backup nutze ich das Progamm HardlinkBackup, dass inkrementell sichern kann. D.h. neben einem ursprünglichen Gesamtdatenbestand werden nur die Änderungen gespeichert. Das spart Zeit und vor allem Platz.

Die Sicherungsvorgänge führe ich ca. einmal die Woche auf der externen Festplatte zu Hause durch. Die kopiere ich auf die zweite externe Platte und nehme diese mit zur Arbeit.

Mehr

Im Netz gibt es einige weitere Präsentation persönlicher Foto-Workflows

Wie sieht Euer Workflow aus? Welche Software benutzt Ihr und warum? Kommentare sind sehr willkommen.

1 Reaktion

  1. Oliver sagt:

    Jens, vielen Dank für den Beitrag! Habe schon lange nach einem Best Praxis Ansatz gesucht. Grüße Oliver

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