Die Lavaküste von Lanzarote

Den Familienurlaub auf Lanzarote konnte ich nicht ohne eine kleine Fotosession ausklingen lassen. Eines der Insel-Highlights für Natur- und Landschaftsfotografen ist die gut zugängliche Südwestküste mit ihrem dunklen Lavagestein.

Motiv

Das Bild zeigt einen Küstenabschnitt nahe der bekannten Sehenswürdigkeit Los Hervideros. Zwar sind auch die Lavahöhlen dort einige Fotos wert, doch ich fand den Abschnitt kurz dahinter bei der grünen Lagune (nicht die in El Golfo) bzw. am schwarzen Sandstrand viel interessanter.

My location
Routenplanung starten

Der Ort war problemlos mit dem Auto erreichbar. Ich ging vom Parkplatz aus über die Straße und folgte dem Fußweg bis zur Lagune. An deren Südende lief ich bis zum Lavafeld entlang. Von hier aus ließen sich – gutes Schuhwerk vorausgesetzt – viele Kamerastandpunkte mit immer wieder neuen Ausblicken erwandern.

Vorsicht war geboten: das Lavagestein war sehr scharfkantig. Neben Schuhen mit guter Sohle sind auch Handschuhe zu empfehlen. Zudem sollten Kamera und Stativ im Rucksack verstaut werden, damit sie beim Kraxeln nicht umher baumeln und beschädigt werden.

Die starke Brandung mit seiner weißen Gischt war der perfekte Kontrast zum tiefschwarzen Lavagestein. Ich wollte hier aber weniger die Kraft des Wassers einfangen, sondern vielmehr das Meer durch Langzeitbelichtungen beruhigen und den Gegensatz zwischen (dann glatter) See und spitzen Felsen darstellen.

Entstehung

Im Reiseführer und Internet hatte ich bereits über Los Hervideros und die spektakuläre Westküste Lanzarotes gelesen. Es stand daher als Fotolocation fest. Beim Familienausflug zum schwarzen Sandstrand neben der Lagune konnte ich bereits einige schöne Spots ausmachen. Den eigentlichen Besuch verlegte ich in die Abendstunden, um (alleine ohne Kinder) mehr Zeit zu haben.

Die Küstenlinie verlief grob von Südosten nach Nordwesten. Die Kamera und ich blickten Richtung Norden und Westen, also gegen das Licht bzw. die untergehende Sonne.

Die Kraxelei stelle sich als relativ schwierig heraus. Dennoch erreichte ich viele recht gute Standpunkte. Einige Bilder entstanden bereits vor Sonnenuntergang. Dieses hier mit den vorgelagerten Felsen nahm ich aber erst recht spät gegen Ende des Blauen Stunde auf.

Ich fotografierte mit dem Sigma 17-70 mm, Graufilter (gegen Ende der Session wieder ohne) und Fernauslöser.

Den ganzen Tag lang war der Himmel wolkenlos gewesen. Erst gegen Abend schob sich leider eine dicke Wolkenbank vor die Sonne. Typisch schillernde Farben zum Sonnenuntergang in gelb und rot fielen also im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

Bearbeitung

Die Bearbeitung fand ausschließlich in Lightroom mit dem RAW-Original aus Ausgangsbild statt.

Die wegen des wolkenverhangenen Sonnenuntergangs recht flauen Tonwerte wollte ich etwas aufpeppen und zog so den Weißabgleich ins Kühle. Die tiefblaue Tonung verstärkte somit die Blaue Stunde.

Das rechte Ende des Histogramms war noch ziemlich leer und so betonte ich mit der Gradationskurve die Höhen, um die weiße Gischt deutlicher vom Wasser abzuheben und auch dem Himmel mehr Zeichnung zu geben.

Mit dem Korrekturpinsel über dem Bereich des Meers konnte ich den lokalen Kontrast zurückdrehen, indem ich die Klarheit nach unten zog. Das führte zum typisch weichen Effekt. Bei den Felsen machte ich es genau umgekehrt. Die Oberfläche wurde detail- und kontrastreicher. Die Vignette gab noch einen Schuss Dramatik hinzu.

Das könnte dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.