Auf Motivsuche zu Hause: Badezimmer

Ich muss zugeben, das ich selbst oft dem verfalle, was ich vermeiden will: dem Postkartenklischee. Blauer Himmel über dem Rhein und dem Kölner Dom: knips. Sonnenaufgang am Matterhorn: knips, knips. Lady Gaga tritt im Fleischkleid auf: knips, knips, knips! Okay, letztere ist keine Postkarte, sondern eine Fototapete.

Sicherlich geht es vielen Lesern auch so. Machen wir uns also nichts vor: Berühmtes und Bekanntes zieht uns an. Widerstehen wir diesem Drang und wenden uns banaleren Dingen zu: dem Badezimmer. Gut, der Sprung ist ziemlich groß. Vom Weltöffentlichen ins ganz Intime? Keine Angst, es kommen jetzt keine Aktfotos von mir und den Rest meiner Privatsphäre öffne ich nur soweit ich es vertreten kann.

Es geht um die Motivsuche. Und ja, auch im Badezimmer gibt es sie. Nicht die allgemeine Schönheit, Erhabenheit und Größe. Nein, aber kleine Details, interessante Formen, Linien und andere Dinge, die ich sogar erst nach dem Fotografieren entdeckt habe.

Decke

Mein Badezimmer hat leider kein Fenster. Das allerdings ist kein Hindernis, denn die fünf kleinen Halogenleuchten sind durchaus fotogen.

Boden

Öfter als nach oben schaut man in der Regel nach unten. Das gilt nicht nur für Insektenforscher, sondern
auch für den Rest der Menschheit. Und mir eröffnete das selbst im Badezimmer Bildquellen.

Schatten und Spiegel

Mit Licht lässt sich natürlich auch im Badezimmer spielen. Meine einzige bewegliche Lichtquelle war mein Speedlite.

Gestelltes

Grönemeyer sang „Es bleibt alles anders“. Das beschreibt ganz gut das Spektrum in Sachen fotografischer Mentalität. Die einen wollen Objektivität oder zumindest Authentizität. Nichts darf gestellt sein. Die anderen feilen stundenlang an Licht, Garderobe und Accessoires, um nur ein einziges Foto zu schießen.

Ich nahm mir zur Aufgabe, nur mit im Badezimmer selbst vorhandenen Gegenständen zu arbeiten und sie zu Bildern zu komponieren.

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2 Antworten

  1. Marcel sagt:

    Hallo Jens,
    auch sehr gut gelöst zu Hause. Wie du schon richtig schreibst, wir wollen immer die Mega-Fotos haben, machen meistens das gleiche Motiv vom gleichen Standpunkt zum 1.000.000sten mal und es wird nicht so spannend. Dabei kann man zu Hause jeden Tag fotografieren und sich insbesondere bei der Lichteinstellung verbessern. Ich finde dein Motiv mit der Uhr und dem Schatten einen echten Hingucker, eben gerade durch den Lichteinfall. Toll eingefangen!
    Viele Grüße
    Marcel

    • Jens Sieckmann sagt:

      Hi Marcel,

      danke für den Kommentar und das Lob. Ja, du hast Recht mit dem immer gleichen Motiv. Es gibt so viel ausgelutschte Motive. Da fällt mir der Kölner Dom mit der Hohenzollernbrücke ein oder der Horseshoe Bend des Grand Canyon, der Eiffelturm usw.

      Viele Grüße,
      Jens

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