Auf Motivsuche zu Hause

„Es ist alles schon einmal fotografiert worden, aber nicht von jedem“.

Fliesen-Schachbrett im Badezimmer

Dieses Zitat vom Komiker Karl Valentin zielt auf den Kern der Fotografie. Motive. Ist alles ein Motiv? Warum fotografieren wir aber dann bekannte Touristenattraktionen so gerne und übermäßig oft?

Als Konter eignet sich wiederum ein Zitat von Goethe:

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“.

Nehmen wir uns das zu Herzen und schärfen in dieser Artikelserie den Blick für das Lokale und Alltägliche.

Wir suchen oft – nicht nur als Fotografen – das Spektakuläre: Atemberaubende Canyons, mörderische Stockcar-Rennen, Bungee Jumping, weltberühmte Bauwerke. Wir nehmen große Anstrengungen und Distanzen in Kauf, um den „Kick“ zu bekommen, eine tolle Aussicht zu genießen oder eben das Foto zu machen.

Dabei sind die großen Sehenswürdigkeiten oft stark überlaufen und unsere Fotos davon bedienen oft das Postkartenklischee. Warum bleiben wir also nicht zu Hause und fangen gleich hier mit der Suche nach Motiven an? Es gibt keine? Weit gefehlt! Sie sind nur nicht immer offensichtlich. Deshalb ist es wichtig, den Blick zu schärfen und das Sehen (neu) zu lernen.

Torsten Andreas Hoffmann erklärt in der Fotozeitschrift c’t Digitale Fotografie 02/2014, dass uns viel zu viel vom eigentlichen Fotografieren ablenkt. Neben der inneren Stimme sind das vor allem die zahlreichen optischen Einflüsse, die Unmengen visueller Reize der Umgebung. Meiner Meinung nach kann man letzteren in den eigenen vier Wänden noch am besten entgehen.

1. Teil: Im Badezimmer

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