Top-Locations der modernen Architektur: Deutschland

Ambitionierte Fotografen suchen immer neue Herausforderungen. Und Motive. Bei zeitgenössischer Architektur gestaltet sich die Suche nicht allzu schwierig, denn sie konzentriert sich in der Regel in großen Städten. Dieser Artikel der Serie „Top-Locations der modernen Architektur“ zeigt einige der interessantesten Spots in Deutschland.

Die Moderne ist eine Architekturepoche, die man nicht sofort mit Deutschland in Verbindung bringt. Dabei waren zu Beginn dieser Strömung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einige sehr bekannte Architekten aus Deutschland aktiv, beispielsweise Ludwig Mies van der Rohe, Walter Gropius und Albert Speer.

Heute ist die Architekturszene, zumindest was die Aufsehen erregenden Großbauten angeht, auch in Deutschland internationalisiert. Viele ausländische „Stararchitekten“ haben hier gearbeitet und einige Prestigeobjekte hinterlassen, darunter die Reichstagskuppel von Norman Foster oder das Jüdische Museum in Berlin von Daniel Libeskind.

Die folgende Liste ist ein subjektive Auswahl einiger Orte mit sehenswerter, moderner Architektur, hauptsächlich aus den letzten drei Jahrzehnten.

Jede aufgeführte Region bewerte ich mit zwei Einschätzungen. Das „Potenzial“ soll objektiv die Menge und Vielfältigkeit der Motive wiedergeben. Die „Wertung“ ist eine Note, die auch infrastrukturelle und organisatorische Punkte (Erreichbarkeit und Zugänglichkeit der Locations, Sicherheitsbestimmungen, Klima und Wetter etc.) und auch subjektive Präferenzen beinhaltet.

Velbert

Noch nie gehört? Macht nichts. Unter Pilgern ist der Nevigeser Wallfahrtsdom durchaus bekannt. Sogar Papst Johannes Paul II. stattete ihm einen Besuch ab. Da der Mariendom nicht weit von meiner Heimatstadt Leverkusen entfernt ist, landete er auf meiner noch abzuarbeitenden Location-Wunschliste.

Der Kirchenneubau, 1968 entstanden, ist eine außergewöhnliche Betonkonstruktion, die an einen Kristall oder auch ein Zelt erinnert. Der Innenraum wartet mit einer Marienstele und kräftig leuchtenden Fenstern auf.

Potenzial:
Wertung:

Köln

Kranhaus im Rheinauhafen in Köln

Köln hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine enorme Bereicherung an innovativen Bauprojekten erfahren, an denen auch berühmte Architekten wie Renzo Piano mitwirkten. Dabei wurden ganze Areale umgestaltet oder neu errichtet wie z.B.

  • der Mediapark mit dem Kölnturm und seiner neuartigen, reflektierenden Fassade
  • der Rheinauhafen mit seinen im wahrsten Sinne überragenden Kranhäusern
  • das (noch im Bau befindliche) Gerling Quartier

Es sind aber auch bemerkenswerte Einzelbauten entstanden. Darunter sind:

Alles rund um (nicht nur moderne) Architektur mit Vorstellung der Bauten, ausführlichen Artikeln und Terminkalender bietet das Portal koelnarchitektur.de.

Agenturen wie koelnarchitektur.GBR bieten auf Architektur zugeschnittene Führungen per Pedes, Taxi, Boot und sogar Helikopter an.

Der Mediapark am Abend zählt zu den Zielen, die ich in diesem Jahr „zwischendurch“ anvisieren werde.

Potenzial:
Wertung:

Düsseldorf

Gehry-Gebäude am Düsseldorfer Medienhafen

Düsseldorf ist als Landeshauptstadt ein politisches und wirtschaftliches Schwergewicht. Da verwundert es nicht, dass viele architektonische Prestigeobjekte entstanden sind und noch entstehen. Der Finanzhaushalt der Stadt ist ausgeglichen, das Geld also da und der Bauboom ungebrochen.

Architektonisch interessante Gebiete sind

  • der Medienhafen (ich zähle Landtag und Stadttor wegen der räumlichen Nähe mal dazu), dessen Aushängeschild die kurvenreichen Gehry-Bauten sind
  • der (erst teilweise errichtete) KÖ-Bogen, der als neues Kernstück der Stadtentwicklung gilt und mit Daniel Libeskind einen Stararchitekten verpflichten konnte

Auch an einzelnen Gebäuden hat Düsseldorf einen Menge zu bieten:

Einen guten Überblick über die Düsseldorfer Architektur bietet kulturreise-ideen.de.

Insbesondere dem KÖ-Bogen werde ich Zukunft einen Besuch abstatten.

Potenzial:
Wertung:

FrankfurtDeutsche Bank in Frankfurt

Das Mekka für Architekturbegeisterte ist ohne Zweifel Frankfurt am Main. Im Finanzzentrum am Westend ragen die Wolkenkratzer in den Himmel und bilden die einzige Skyline Deutschlands. Südlich des Main liegt das Deutsche Architekturmuseum.

Die Stadt ist der Wohlstandsmotor der Region, aber die daraus resultierende Bauwut schafft auch Konflikte. Frankfurt polarisiert.

Wer als Fotograf die Stadt besucht, sollte mehrere Tage einplanen, denn die Motive sind zahlreich und über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Dennoch konzentriert sich viel auf:

  • das glitzernde Bankenviertel aus Glas und Stahl am Westend
  • das Palais Quartier, das den Spagat zwischen Barock und Moderne wagt
  • die Messe
  • den Westhafen als neu gestaltetes Büro- und Wohnareal mit dem markanten Westhafen Tower

Eine Aufzählung einzelner Gebäude sprengt den Rahmen dieses Artikels. Das Kulturportal der Stadt Frankfurt oder Wikipedia schaffen Abhilfe. Hier ein paar
Highlights:

  • Commerzbank Tower: Norman Fosters Beitrag zur Skyline Frankfurts ist das höchste bewohnte Gebäude Deutschlands
  • MyZeil: Das futuristisches Einkaufszentrum mit dem „Loch“ bietet faszinierende Perspektiven
  • die neue EZB: In der Endphase des Baus sind die polygonalen Zwillingstürmen schon jetzt ein Hingucker
  • Die Frankfurter Welle: Hochhauskomplex in Schlangenoptik
  • Tower 185: Wolkenkratzer mit fotogener Eingangshalle
  • Radisson Blu: Der „stehende Hotel-Diskus“ ist einfach kurios

Frankfurt tut eine Menge, um Touristen anzulocken. Die Architektur ist dabei von zentraler Bedeutung, was man auch an den zahlreich angebotenen Stadtführungen zu diesem Thema sehen kann.

Mitte März war es soweit: drei Tage Frankfurt sind gebucht. Berichte folgen.

Potenzial:
Wertung:

Berlin

Sony Center am Potsdamer Platz

Berlin als stets gewichtiges Zentrum hat städtebaulich viele Umwälzungen erfahren, angetrieben durch Moden, Ideologien oder Not(wendigkeit).

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, bei dem ein Drittel der Häuser beschädigt wurden, entstanden ganz neue Vorstädte. Im 19. Jahrhundert prägten die klassizistischen Bauten Schinkels das Stadtbild. Der Siedlungsbau (Siemensstadt, Hufeisensiedlung) hundert Jahre später schuf Unmengen an Wohnraum. Kurz danach wollten Hitler und Speer die Welthauptstadt Germania aus dem Boden stampfen.

Nach der Wiedervereinigung erfindet sich die Hauptstadt ein weiteres Mal neu. Der Umzug der Ministerien, und hinzugezogene Konzernzentralen verlangen nach modernen Bauten. Berlin, die Stadt der (Bau-)Kräne.

Mittlerweile ist etwas Ruhe eingekehrt. Es lohnt ein Blick auf die Areale mit moderner Architektur. Dazu zählen:

Weitere ungewöhnliche, teilweise spektakuläre Gebäude sind:

Einen groben Überblick über die Moderne bieten die Seiten Modernes Berlin und Visit Berlin.

Berlin ist immer eine Reise wert, heißt es oft. Das gilt definitiv auch für den an moderner Architektur interessierten Fotografen. Die Anreise ist problemlos und die Lebenskosten (noch) gering. Also eine klare Empfehlung.

Potenzial:
Wertung:

Weitere Locations

Deutschland kann natürlich mit weit mehr Architektur-Spots auftrumpfen. Aber in welchen Städten ist sie noch vermehrt zu finden? München mit der BMW-Welt und der Allianz-Arena ist sicher ein Kandidat. Was ist mit Hamburg? Kommt vielleicht Wolfsburg für einen Besuch in Frage? Schreibt mir einfach.

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